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28. Januar 2026
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29. Januar 2026
In dankbarem Gedenken an unseren Ehrenkapellmeister Franz Brunthaller (1950 – 2026)
Der Musikverein Steinhaus trauert um eine seiner prägendsten Persönlichkeiten. Mit Franz Brunthaller verlieren wir nicht nur einen herausragenden Musiker und ehemaligen Kapellmeister, sondern vor allem einen geschätzten Kameraden und ein großes Vorbild.
Ein Leben für die Musik
Franz trat dem Musikverein am 1. Mai 1964 bei und blickte auf eine beeindruckende Ära von über 53 aktiven Jahren zurück. Ob an der Zugposaune oder am Tenorhorn – er war über Jahrzehnte eine tragende Säule unseres Vereins. Von 1998 bis 2008 leitete er als Kapellmeister mit Vision und Leidenschaft unsere musikalischen Geschicke. Er verstand es wie kaum ein anderer, Tradition mit modernen Akzenten zu verbinden und das Publikum zu begeistern.
Pioniergeist und Herz für die Jugend
Unvergessen bleibt sein technischer Pioniergeist, mit dem er schon früh innovative Akzente in der Konzertgestaltung setzte. Besonders am Herzen lag ihm jedoch die Nachwuchsarbeit. Durch Aktionen wie den Ferienpass oder Instrumentenvorstellungen in der Schule entfachte er bei vielen Kindern die Freude an der Musik.
Kameradschaft über den Taktstock hinaus
Franz war ein „Menschenfischer“ und ein großzügiger Gastgeber, dem die Geselligkeit und der Zusammenhalt im Verein heilig waren. Auch als seine Kräfte nachließen, blieb er uns eng verbunden und verfolgte unser Vereinsleben bis zuletzt mit großem Interesse. Für sein unermüdliches Engagement wurde er mit zahlreichen Ehrenzeichen, bis hin zum Verdienstkreuz in Gold und der Ehrenmitgliedschaft, ausgezeichnet.
Lieber Franz, wir danken dir für die gemeinsame Zeit, deine Musik und deine Freundschaft. Du wirst in unseren Herzen und in unserem Spiel weiterleben.
Deine Kameradinnen und Kameraden des Musikvereins Steinhaus
Unser Nachruf vom Begräbnis vom 29.1.2026 zum Nachlesen
Wenn wir heute hier zusammenkommen, um von Franz Brunthaller Abschied zu nehmen, tun wir das mit schwerem Herzen. Wir trauern um einen Kameraden und um ein Vorbild, das uns zu früh verlassen hat. Zugleich sind wir dankbar für die vielen schönen Erinnerungen, die Franz uns geschenkt hat. Seine Geschichten, sein Wirken und sein Wesen werden in unseren Gedanken und Herzen weiterleben – so reich und vielfältig, dass sie uns ein Leben lang begleiten werden.
Ein Leben für den Takt
Franz war kein Mann der halben Sachen. Als er im Mai 1964 dem Musikverein beitrat, begann eine Ära, die über 53 Jahre andauern sollte. Einige der musikalischen Weggefährten seiner Jugendzeit sind auch heute gekommen, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Mit seiner Posaune und dem Tenorhorn bewaffnet, war er jahrzehntelang eine tragende Säule im Register. Aber Franz wollte nicht nur den Ton halten, er wollte ihn angeben.
Von 1998 bis 2008 leitete er als Kapellmeister die musikalischen Geschicke unseres Vereins. Er war dabei ein Visionär, der Tradition und Moderne mutig mischte. Er brachte den „Karneval der Tiere“ auf die Bühne und scheute sich auch nicht vor Projekten wie „Sister Act“ oder Gemeinschaftskonzerte mit dem Singkreis. Legendär war auch sein technischer Pioniergeist: Schon in den frühen 2000ern, als andere noch überlegten, wie man einen Projektor unfallfrei einschaltet, untermalte Franz unsere Konzerte bereits mit Beamer-Präsentationen.
(Der „ausverkaufte“ Kapellmeister)
Der Franz wusste, wie man ein Publikum begeistert. Bei seinem letzten Konzert als Kapellmeister war der Turnsaal nicht nur voll – er war „übervoll“. Es waren mehr Leute da, als eigentlich erlaubt waren; man musste die Langbänke auf der Seite einstellen und im Eiltempo Sessel vom Schützenheim herbeischaffen, um dem Ansturm des Publikums Herr zu werden.
Das war Franz: Wenn er zum Taktstock griff, kamen die Leute.
Menschlichkeit und Humor
Aber Franz war mehr als nur Noten und Taktstriche. Er war ein MenschenFISCHER, dem die Jugendarbeit besonders am Herzen lag. Von Anfang an war er mit der Musik Teil des Ferienpasses der Gemeinde und verstand es, Kinder und Jugendliche dafür zu begeistern. 2006 brachte er die Instrumente direkt in den Turnsaal der Schule, um der nächsten Generation die Freude an der Musik näherzubringen.
Und dann gab es den privaten Franz, den Geselligen. Gemeinsam mit Freunden zu feiern war ihm immer wichtig. Er genoss die Stunden des Zusammenseins, des Lachens und Musizierens. Auch seine Teichhütte war dabei Schauplatz solcher besonderen Zusammenkünfte (auch mit den Musikern). Franz war ein aufmerksamer und großzügiger Gastgeber und wusste, wie wertvoll diese gemeinsamen Momente für den Zusammenhalt waren.
Viele Musiker erinnern sich noch gut an seinen 70. Geburtstag. Heimlich vorbereitet, marschierten wir mit Instrumenten, Griller und allem, was es für ein Fest brauchte, los, um Franz zu überraschen. In gemütlicher Runde stießen wir gemeinsam auf seinen 70er an und bereiteten ihm mit einem Geburtstagsständchen eine besondere Freude. Dieser Abend bleibt uns als Zeichen seiner Herzlichkeit und Verbundenheit in Erinnerung.
Ein Abschied in Dankbarkeit
Auch als seine Kräfte nachließen, blieb sein Herz beim Verein. Er verfolgte unsere Aktivitäten bis zuletzt und sah sich noch das letzte Herbstkonzert mit Begeisterung auf YouTube an. Die aktuellen Turmbläser besuchten ihn dieses Jahr noch zu Hause – eine Geste, die ihm nach seiner eigenen Zeit als Turmbläser besonders viel bedeutete.
Franz war Träger zahlreicher Ehrenzeichen, vom Verdienstkreuz in Gold des OÖBV bis hin zur Ehrenmitgliedschaft im Musikverein. Doch sein größtes Verdienst war die Kameradschaft, die er uns vorgelebt hat.
Lieber Franz, wir danken dir für 53 Jahre voller Musik, für deinen unermüdlichen Einsatz als Kapellmeister und vor allem für die Freundschaft. Wir stellen uns vor, dass du jetzt dort oben bereits ein neues Ensemble gegründet hast – vielleicht mit zwei Tenören und zwei Trompeten, so wie damals dein Bläserensemble.




